Heidelberger Schloss

Es gilt als eine der bekanntesten Ruinen Deutschlands und wird zugleich als das Wahrzeichen der Stadt Heidelberg gefeiert – das Heidelberger Schloss. Die berühmte Ruine thront auf dem Schlosshügel, einer zum Neckartal hin ausgerichteten Terrasse des Königsstuhls und dominiert von dort aus das Gesamtbild der Heidelberger Altstadt. Bevor es dem Pfälzischen Erbfogekrieg zum Opfer fiel, diente die Baute dem Kurfürsten von der Pfalz als Residenz. Nach der Zerstörung des Schlosses durch die Soldaten Ludwigs XIV. wurde es nur teilweise erneuert, sodass es sich seitdem als eindrucksvolle historische Ruine rund 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königsstuhls erhebt.

Ob das Heidelberger Schloss wieder vollständig hergestellt werden soll, sorgte in der Geschichte mehrfach für hitzige Diskussionen. Im Jahre 1868 setze sich der Poet Wolfgang Müller von Königswinter vehement für seine Restaurierung ein und löste mit seiner Forderung einen regelrechten Streit aus, der über viele Jahre hinweg in städtischen Versammlungen und selbst in der Presse ausgetragen wurde. Die Streitfrage um die Renovierung der Ruine wurde schnell zum Auslöser für eine Grundsatzdiskussion über Denkmalpflege im Allgemeinen. So hatte der langjährige Heidelberger Schlossstreit einen nachhaltigen Einfluss auf die generellen Prinzipien der Erhaltung historischer Bauten.

Seit vielen Jahren wird die Heidelberger Schlossruine als der Inbegriff von deutscher Romantik betrachtet. Schon vor dem 18. Jahrhundert entdeckten Zeichner und Maler in der historischen Baute, die sanft mit der umliegenden bergigen Landschaft verschmilzt, ein harmonisches Ensemble und nutzten es als Motiv für ihre Kunstwerke. Ein Name hat dabei ganz besondere Berühmtheit erlangt: William Turner, ein bedeutender englischer Maler. Während seiner zahlreichen Aufenthalte in Heidelberg zwischen 1817 und 1844 fing er die von der Schlossruine ausgehende romantische Stimmung auf seinen Gemälden ein. Genau wie bei anderen Künstlern stand bei Turner aber nicht die detailgetreue Wiedergabe des Bauwerkes, sondern die eigene verzerrte Interpretation im Vordergrund. So zeichnete er das Wahrzeichen Heidelbergs als mehrfach überhöht.

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Die Schlossruine Heidelberg ist nicht nur heute ein Besuchermagnet. Schon in der ältesten Beschreibung der Stadt aus dem Jahre 1465 wurde sie als „viel besucht von Fremden“ bezeichnet. Maßgeblich an der Berühmtheit des historischen Bauwerkes beteiligt waren die Zeichnungen des Grafen von Graimbergs, die sogar als der Vorläufer der Postkarte gelten. Zur selben Zeit wurde das Schloss bereits als Souvenir auf Tassen verbreitet. Doch seine wahre Blütezeit erlebte der Tourismus erst mit dem Anschluss Heidelbergs an das Eisenbahnnetz 1840, das täglich hunderte neue Besucher in die Stadt brachte. Einen weiteren Aufschwung erfuhr die Ruine 1878 in Mark Twains Buch „Ein Bummel durch Europa“, das sie als faszinierenden Ort eingebettet in eine eindrucksvolle Naturkulisse beschreibt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden auch die Amerikaner und Japaner auf das berühmte Heidelberger Wahrzeichen aufmerksam und zählten es auf ihren Kurzreisen durch Europa zu einem der wichtigsten Zwischenstopps. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich das Schloss zu Heidelbergs historischem Markenzeichen etabliert, das jedes Jahr mehr als eine Millionen Besucher aus aller Welt empfängt und inzwischen sogar bis zu 900.000 Übernachtungen zählt. Der begehrteste Anlaufpunkt sind dabei die Aussichtsterrassen des Schlosses, von denen aus ganz Heidelberg überblickt werden kann.

AdresseSchlosshof 1
69117 Heidelberg
Eröffnung1214
BaustileArchitektur der Renaissance
Gotik

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