Cristo Redentor

Die Christusstatue Cristo Redentor ist das bekannte Wahrzeichen von Rio de Janeiro in Brasilien. Gerade die zweitgrößte Stadt des Landes, Rio de Janeiro, zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Die Metropole selbst liegt in der Guanabra-Bucht und hat über 6,3 Millionen Einwohner. Bis zum Jahr 1960 war Rio de Janeiro sogar die Hauptstadt ganz Brasiliens, hat diesen Status mittlerweile an die Stadt Brasilia abgegeben, aber ist dennoch eines der essenziellste Finanzzentren des Landes und hat natürlich einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Hier sind unter anderen der weltbekannte „Zuckerhut“, die „Copacabana“ mit ihren zahlreichen Stränden, der „Felsen von Gavea“, „Ipanema“ und natürlich auch die Christusstatue „Cristo Redentor“.

„Christus“ wacht über Rio de Janeiro

Bei dem Bauwerk „Cristo Redentor“ handelt es sich um eine Statue von Christus, die auf dem Berg „Corcovado“ steht. Dieser liegt im südlichen Teil Rio de Janeiros in den „Tijuca-Wäldern“. Diese Statue ist knapp 30 Meter hoch und hinzu kommt noch ein ca. acht Meter hoher Sockel, auf dem sie steht. Von ihrem Standort aus, überblickt die Christusstatue die ganze Metropole und die umliegende Region. Der „Cristo Redentor“ hat eine lange Geschichte Die ursprüngliche Idee, um dieses Denkmal religiöser Natur zu errichten und zwar auf dem Gipfel des „Morro do Corcovado“, hatte Pedro Maria Boss, der ein katholischer Geistlicher war und seine Idee im Jahre 1859 keiner Geringeren als der Prinzessin Isabel von Brasilien vortrug. Allerdings blieb Boss´ Idee vorerst auch nur ein vorgeschlagenes Projekt, da kurze Zeit später die Republik ausgerufen und die Kirche vom Staat getrennt wurde.

Im Jahre 1912 lebte die Idee erneut auf, da nun der Bau der Zuckerhut Seilbahn auf dem Programm stand. Nun sollte die Christusstatue zum Anlass der hundertjährigen Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal errichtet werden. Nachdem eine Petition, auf der sich über 20.000 Unterschriften befanden, eingereicht wurde, wurde die Genehmigung zum Bau des „Cristo Redentor“ auf dem Gipfel des „Corcovado“ am 4. April des Jahres 1922 erteilt. Am gleichen Tag fanden große Feierlichkeiten statt, da hier nun auch die Grundsteinlegung erfolgte.

Die ersten Entwürfe ließen natürlich nicht lange auf sich warten und der Architekt Heitor da Silva Costa schlug vor eine Christusstatue mit einer Weltkugel in der rechten Hand und mit einem Kreuz in der linken Hand zu bauen. Allerdings wurde dieser Vorschlag schnell auf „Eis gelegt“, da die Kirche die Befürchtung hatte, dass die „Cariocas“ die vorher erwähnte Weltkugel in Zeichnungen, die öffentlich ausgestellt worden wären, zu einem Fußball umfunktioniert bzw. „umgestaltet“ hätten. Aufgrund dieser Skepsis wurde letztendlich das heutige Design des Bauwerks gewählt. An dieser Stelle kann auch erwähnt werden, dass Silva Costa für den heutigen Entwurf, den „Christus“ mit den ausgestreckten Armen, von einer Radioantenne inspiriert wurde. Diese Antenne war selbst 1922 montiert worden und zwar ebenfalls auf dem „Corcovado“. Die ausgebreiteten Arme des „Cristo Redento“ sollen ein erkennbares Kreuz symbolisieren.

Der Bau der Statue verzögerte sich allerdings. Der Architekt Silva Costa hatte zusammen mit dem Maler Carlos Oswald an einer Ausschreibung teilgenommen und diese auch gewonnen, doch nun ging es um die Finanzierung des geplanten Bauprojekts. Eben bei dieser Finanzierung kam es zu Problemen und der Bau verzögerte sich um beinahe zehn Jahre. Bereits im Jahr 1924 hatte sich Silva Costa nach Europa begeben, um einen geeigneten Bildhauer und einen kompetenten Statiker zu finden, die beim Bau der Christusstatue mitwirken sollten. Er fand die passenden Personen in der französischen Metropole Paris.

Der Name des Bildhauers, der mit der Modellierung nach der Zeichnung von Carlos Oswald betraut wurde war Paul Landowski, ein Franzose mit polnischen Wurzeln. Die statische Kalkulation des „Cristo Redentor“ übernahm mit Albert Caquot ein erfahrener Ingenieur. Es ist zu erwähnen, dass der Kopf und auch die Hände der Statue in Gips modelliert wurden und zwar in Originalgröße. Gegossen wurden sie letztendlich in Brasilien und bei ihrer Anfertigung stand Margarida Lopes de Almeida Modell. Sie war eine brasilianische Künstlerin.

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Im Jahr 1926 beginnen die Bauarbeiten

1926 begannen schließlich die Montagearbeiten auf dem „Morro do Corcovado“ und zwar unter der Leitung der Bauingenieure Heitor Levy und Pedro Vianna. Diese Bauarbeiten dauerten letztendlich bis zum Jahr 1931 an. Zu diesem Zeitpunkt fand dann auch die Einweihung statt. Als unschätzbar hilfreich stellte sich die Corcovado Bahnlinie heraus, die selbst seit dem Jahr 1884 in Betrieb war. Bemerkenswert und als äußerst positiv zu bezeichnen ist die Tatsache, dass während der ganzen Bauzeit, die über fünf Jahre dauerte, kein einziger Todesfall zu beklagen war und das obwohl konstant starke Windböen herrschten und der Bau schließlich am Rand des knapp 700 Metern tiefen Abgrunds ausgeführt wurde.

In den ersten Jahren hatte man noch die Idee, dass die Christusstatue aus Metall bestehen sollte, genauso wie es bei der Freiheitsstatue der Vereinigten Staaten von Amerika der Fall war. Doch 1928 wurde diese Idee verworfen und der „Cristo Redento“ wurde zu einer Stahlbetonkonstruktion und zwar mit einer Schicht aus Speckstein, der als wetterfest bezeichnet werden kann. Eine spezielle Erwähnung sollten auch die zahlreichen Frauen finden, die freiwillig am Bau der Statue mitwirkten. Am 12. Oktober des Jahres 1931 war es dann soweit und der „Cristo Redentor“ wurde eingeweiht. Bei diesen Feierlichkeiten war auch Getullo Vargas anwesend, der damals sowohl Präsident, als auch Kardinal von Rio de Janeiro war.

Der Weg zur Christusstatue

Es bleibt festzuhalten, dass es für jeden Touristen in Rio de Janeiro eigentlich eine „Pflicht“ ist die Jesus-Statue zu besuchen. Sie ist beinahe von jedem Standort in der gesamten Stadt sichtbar. Eine Zahnradbahn befördert die Besucher von der Talstation zur Statue. Im Regelfall fährt diese Bahn regelmäßig alle zehn bis zwanzig Minuten. Das ist natürlich auch von der Besucherzahl abhängig. In früheren Zeiten war die gesamte Fahrt kostenlos, aber das hat sich nun geändert. Der Weg der Bahn führt durch Häuser und einen botanischen Lehrpfad. Die Bahn fährt bis zum Gipfel und von dort geht es über einen Fahrstuhl weiter. Am Ende wird eine Rolltreppe benutzt, um zur Statue zu gelangen.

Informationen zu Cristo Redentor:

AdresseParque Nacional da Tijuca
Alto da Boa Vista
Rio de Janeiro
Brasilien
Eröffnung12. Oktober 1931
Höhe38 Meter
ArchitektPaul Landowski
Heitor da Silva Costa
Albert Caquot

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